Wieder mal ein Morgen, der früh startete. Um fünf Uhr sind wir aus den Betten gehüpft, um in aller Ruhe zu frühstücken, die letzten Dinge in die Koffer zu werfen und dann mit unserem Mietwagen in Richtung Flughafen zu sausen. Eine besondere Herausforderung stand noch an. Diesmal hatten wir einen Diesel-Mietwagen. An den Zapfsäulen findet man das Wörtchen Diesel leider nicht… aber eine kurze Nachfrage bei der Dame an der Kasse hat uns dann zum richtigen Zapfhahn mit der Aufschrift „Gasoleo“ gebracht.

Diese Hürde gemeistert, ging es dann problemlos weiter zum Flughafen. Laut Online-Check-in sollte die Gepäckabgabe für unseren Flug um 8:05 Uhr schließen. Naja, es ist Portugal… also wurde der Schalter für die Abgabe erst kurz nach acht Uhr geöffnet. Ähnlich war es mit dem Mietwagenschalter von Ilha Verde. Wir hatten schon den Eindruck wir müssten Schlüssel und Papiere einfach vor dem Schalter liegen lassen. Aber gegen 8:30 Uhr trudelte eine Dame ein und die Rückgabeprozedur verlief dann doch problemlos.

Die Strecke von Pico nach São Miguel scheint zumindest am Morgen nicht so beliebt zu sein. Daher hat SATA auch wieder eine der kleinen Q 200 Maschinen eingesetzt. Schnell hatten wir einen Platz in der Maschine gefunden (es gibt übrigens keine festen Sitzplätze), die Motoren liefen an und wir rollten auf die Startbahn. Kurzes Päuschen am Anfang der Piste, Bremsen rein, Propeller auf Maximum und dann die Bremsen lösen – auf ging’s!

Oder eben doch nicht… nach wenigen Sekunden nahm der Pilot den Schub weg und ging in die Bremsen – Startabbruch. Während er den kleinen Flieger auf der Startbahn wendete und zum Anfangspunkt zurückrollte nuschelte er etwas auf Portugiesisch ins Mikro, was wir leider nicht verstanden. Aber beim zweiten Versuch hat er es dann geschafft, die Maschine in die Luft zu bekommen.

Beim Betrachten der Spucktüten wird deutlich, dass es wohl gerade in den raueren Wintermonaten zu unruhigen Flügen kommt. Bei noch keiner Airline, außer bei SATA, habe ich es bislang gesehen, dass die Tüten gleich griffbereit aus der Tasche des Vordersitzes herausgucken. Dazu kommt, dass es die Guten aus extra starkem Plastik sind, die einiges aushalten.

Der Flug vorbei an Pico auf der rechten und São Jorge auf der linken Seite verlief unspektakulär und wir landeten planmäßig nach 45 Minuten in Ponta Delgada. Wettertechnisch hatten wir uns etwas verschlechtert. Während auf Pico die Sonne schien, begrüßte uns der „Johannes Paul II. Flughafen“ mit einer geschlossenen Wolkendecke und deutlich frischeren Temperaturen. Aber schlechtes Wetter auf den Azoren kann man (fast) immer mit einer 10 minütigen Autofahrt um den nächsten Berg herum heilen – so auch diesmal!

Für die letzten Tage unseres Azorenurlaubs haben wir uns mal wieder was gegönnt. Fünf Tage in unserem Lieblingsort, in unserem Lieblingshotel, an unserem Lieblingspark mit unserem Lieblingspool… hatte ich schon erwähnt, dass wir die Azoren lieben? 😉

Der Ort Furnas liegt im Krater eines schlafenden Vulkans, der vor fast 400 Jahren zum letzten Mal ausgebrochen ist. Neben dem Kratersee gibt es hier überall Anzeichen für die Kräfte, die noch im Boden wirken. Es zischt und brodelt an vielen Stellen, machmal zieht leicht schwefeliger Geruch durch den Ort und es gibt zahlreiche dampfende heiße Quellen und Schlammpfützen.

Laden...

Das Hotel Terra Nostra Garden ist ein nettes 4-Sterne Haus, das direkt an einem großen botanischen Garten liegt. Durch das besondere Mikroklima des Ortes (es ist immer feucht und warm) wachsen hier unglaublich viele tropische und subtropische Pflanzen. Das absolute Highlight ist aber das Thermalbecken, das nur ca. 100 Meter vom Hotel entfernt ist. 38° warmes Wasser, das durch seinen hohen Eisengehalt rostig orange gefärbt ist und direkt aus dem schlafenden Vulkan in den alten, gemauerten Pool mit seinem Kopfsteinpflasterboden strömt.

In dem Wasser haben wir schon zig Stunden verbracht. Nach einer Wanderung in dieses warme Wasser zu steigen, ist eine absolute Wohltat für die Muskeln und Gelenke. In diesem Becken haben wir schon in sternenklaren Nächten gesessen oder haben Regen- und Hagelschauer über uns hinwegziehen lassen.

Tagsüber steht der Pool jedem offen, der bereit ist, 8 € Eintritt für den Park zu bezahlen. In den letzten acht Jahren hat sich der Preis tatsächlich verdoppelt, denn wir sind mal mit 4 € angefangen. Um 18 Uhr jedoch werden die Tore des Parks geschlossen und ab da haben nur noch Hotelgäste Zutritt zum Park und zum Pool. Dann ist unsere Zeit gekommen und wir springen nach dem Abendbrot oder gerne auch mal vor dem Frühstück in die braunen Fluten.

Ähnlich wie mit dem Eintrittspreis verhält es sich leider auch mit den Zimmerpreisen des Hotels. Inzwischen sind wir bei über 200 € pro Nacht/Doppelzimmer (Ü/F) angekommen, so daß wir uns diese Unterkunft immer nur noch als besonderes Highlight leisten.

Und eben genau das ist es für uns, ein Höhepunkt, den wir uns ans Ende unserer Reise gesetzt haben.