29. November 1967
Startschuß! Um 11.32 Uhr bin ich da - rechtzeitig zum Mittagessen!
Die ersten drei Jahre habe ich in Ellerbek im Kreis Pinneberg verbracht. Obwohl ich keine richtig konkreten Erinnerungen an diese Zeit habe, muß es für mich wohl wirklich klasse gewesen sein, in einem alten Bauernhaus aufzuwachsen. Meiner armen Mutter blieb aber immer das Herz stehen, wenn ich schnurstracks zu den Kühen auf die Nachbarswiese gelaufen bin :-).
Wenn ich mein erstes Photoalbum durchblättere, scheint diese Zeit geprägt zu sein von einer Reihe von Familientreffen, die in unserem Garten stattgefunden haben..
1970 sind wir dann von Ellerbek nach Norderstedt gezogen, da mein Vater von Hamburg nach Schleswig-Holstein versetzt worden war und die neue Wohnung nur ein paar Minuten von der Polzeiwache in Norderstedt entfernt war.
Zum Glück gab es in der Umgebung noch genügend Platz für mich, um mich auf den Wiesen herumzutreiben und abends dann dreckig von oben bis unten nach Hause zurückzukommen. Wenn ich den Erzählungen Glauben schenken kann, war die Waschmaschine wohl im Dauereinsatz...
Dies war auch das Jahr, in dem ich mein Einzelkind-Dasein zwangsweise aufgeben mußte. Mein kleiner Bruder wurde ausgeliefert und fortan übernahm jemand anders die Rabauken-Rolle. Hi Hendrik!
1974 begann dann der Ernst des Lebens. Ich wurde in die Grundschule Gottfried-Keller-Straße in Norderstedt eingeschult. Schon in dieser Zeit zeigte sich eine Wesensart von mir, die mich auch heute noch verfolgt. Im 1. Halbjahres-Zeugnis der 4. Klasse findet sich der Eintrag “Jan wirkt oft etwas zerstreut und gedankenverloren ...”. Auch heute hänge ich ab und zu meinen Träumen und Gedanken so sehr nach, daß ich erst einmal wieder in die Realität zurückfinden muß, sobald mich jemand anspricht. Nach vier Jahren bei meiner Klassenlehrerin Frau Buttkereit wurde ich dann an die nächste Bildungsanstalt überwiesen.
1978 fing ich meine Schullaufbahn am Coppernicus-Gymnasium in Norderstedt an. Dieses Institut wuchs mir im Laufe der Zeit so sehr ans Herz, daß ich nicht umhin konnte, die 7. Klasse zweimal zu belegen. Mathematik und Englisch haben mir einfach so gut gefallen, daß ich den Lehrstoff doppelt haben mußte. Zum Glück stehe ich mit diesen Fächern nicht mehr auf Kriegsfuß. Mathematik und Englisch wurden später als Schwerpunkt- bzw. Leistungskursfächer ein wesentlicher Bestandteil meines Abi's. Neben dem Unterricht hatte ich viel Spaß in der Theater-AG und jobte später nachmittags bzw. am Wochenende in einem Kaufhaus im Herold-Center in Norderstedt.
Aus dieser Schulzeit stammen Freundschaften, die sich bis heute erhalten haben und ohne die ich nicht sein möchte! Von hier aus ein dickes Dankeschön an Katrin, Mark, Marlis, Dirk, Christie und Kai!
1988 rief Väterchen Staat und ich folgte zum Bund. 24 Monate Kostümzwang auf Staatskosten. Nach meiner Grundausbildung habe ich dann 21 Monate in Husum Personalarbeit in der Luftwaffensicherungsstaffel des Jagdbombergeschwaders 41 erledigt. Viel gibt es über diese Zeit nicht zu erzählen - außer ein paar netten Kollegen ist mir nicht viel in Erinnerung geblieben, was ich hier aufführen sollte. Ich war froh, als der Spuk dann Mitte 1990 vorbei war.
1990 begann dann ein völlig neues Zeitalter für mich. Ich fing mit einer Ausbildung nach dem Hamburger Modell zum Betriebswirt (WA) an. Die nächsten drei Jahre waren geprägt durch intensives Lernen an der Wirtschaftsakademie und das Umsetzen in die Praxis bei der Hermes Kreditversicherungs-AG. In dieser Zeit haben Tina und ich uns kennengelernt.Fast sieben Jahre haben wir eine Beziehung mit allen ihren Höhen und Tiefen geführt, die ich nicht missen möchte.
1993 startete ich in das Berufsleben durch. Die Ausbildung war beendet und ich folgte den Verlockungen des Controllings. Zum Glück war's eben nicht nur das trockene Zahlenwerk, sondern ich trat genau zu dem Zeitpunkt dort ein, in dem die operative und strategische Planung miteinander verknüpft wurden. Es folgten drei interessante Jahre in denen ich die während der Ausbildung gewonnenen Einblicke in das Unternehmen wesentlich vertiefen konnte.
1996 wechselte ich dann vom Controlling in den Personalbereich. Zwar war mir die Arbeit im Personalbereich durch die Bundeswehrzeit nicht völlig fremd, aber die Gebiete Stellenbeschreibungen und vor allem Stellenbewertung waren damals kein Thema gewesen. Heute dominieren gerade diese Punkte meine tägliche Arbeit.
1998 war für mich und meine Umgebung sicher das schwerste Jahr bisher. Ich habe meinen gesamten Lebensweg in Frage gestellt, mich von Tina getrennt und für mich einen Weg gefunden, der meiner Natur entspricht. Allen die mich auf diesem Weg unterstützt haben möchte ich ganz herzlich danken. Ich weiß, daß es verdammt schwer war, mich in dieser Zeit aushalten!
1999 haben sich die persönlichen Wogen wieder etwas geglättet und ich habe langsam wieder begonnen, mein Leben zu geniessen. Peter und ich sind im August zusammengezogen und es stellte sich nach langer Zeit erstmals wieder ein Zustand von annähernder Normalität ein.
2000 ist geprägt durch zwei Ereignisse, einem Schicksalsschlag auf Peters Seite und unserer Trennung im Sommer. Die Gründe für die Trennung sind zu vielschichtig und gehören sicher nicht auf diese Seite, für jeden zugänglich ins Internet gestellt.
Aber dieses Jahr war nicht nur negativ besetzt. Ich habe in den letzten Monaten einen Menschen kennen- und schätzengelernt, den ich schon jetzt nicht mehr missen möchte! (Carsten ... ja, Du bist gemeint!)
Im Sommer diesen Jahres habe ich mich endlich dazu durchringen können, einen Gedanken weiterzuverfolgen, der mir schon seit geraumer Zeit durch den Kopf ging. Ich wollte ein wenig von dem Gefühl zurückgeben, das ich während meines Coming Out's erfahren habe, als mich meine Umgebung aufgefangen hat. Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, dem Hospiz von Hamburg Leuchtfeuer regelmäßig ein wenig von meiner Zeit zu spenden.
Das Schönste, was mir in diesem Jahr widerfahren ist, ist die Freundschaft zu einem Menschen, an dessen Seite ich unwahrscheinlich glücklich bin.
2001 hat gerade den ersten Monat hinter sich gebracht und es wird Zeit, den Lebenslauf fortzuschreiben.
Mariano und ich werden mal versuchen, ob südamerikanisches Temperament und norddeutsche Gelassenheit es auch permanent unter einem Dach aushalten können. Mit anderen Worten, wir werden zusammenziehen, um die Hin- und Herfahrerei zwischen zwei Hansestädten zu beenden und noch etwas mehr Zeit für uns zu haben.
Im Februar haben wir gemeinsam unseren Resturlaub abgebummelt und an der Webseite von Mariano gebastelt. Zu sehen sind die Seiten unter www.larrondo.de - bisher sind aber die Bildgrößen noch nicht so recht für eine Webseite optimiert, aber das kommt noch!
In der zweiten Jahreshälfte gab's mal wieder eine größere Veränderung bei uns. Wir sind vom Stadtrand von Hamburg mitten in's Geschehen gezogen. Seit dem 1. August leben wir nun in Altona und geniessen die kurzen Wege!
2002 hat für uns ganz gemütlich im Garten von Marianos Mutter in Buenos Aires begonnen. Jetzt warten unzählige Fotos und Erlebnisse aus Argentinien und Brasilien darauf, auf dieser Seite verewigt zu werden. Hoffentlich hält das miese Winterwetter noch ein ganz kleines bißchen an, damit ich genügend Zeit finde, um alles zu bearbeiten.
Das restliche Jahr ist eher unspektulär verlaufen. Einen Lastminute-Kurztrip haben wir im Sommer dazu genutzt, um etwas Erholung unter griechischer Sonne zu tanken und mit einem kleinen Mietwagen Kreta unsicher zu machen (ein netter Gruß an dieser Stelle an den unbekannten Autofahrer, der sich genötigt sah uns auf der "Autobahn" rechts zu überholen, da wir uns nur 10% oberhalb der Geschwindigkeitsbegrenzung fortbewegten. Der Begrenzungspfahl der Baustelle, in die er dann gerast ist, wäre fast durch das geöffnete Verdeck bei uns im Wagen gelandet.).
Im Herbst gabs dann mal wieder Besuch von "Schwiegermuttern" aus Buenos Aires. Sie ist mit einem ganzen Packen Bildern angereist, da wir für sie eine Ausstellung in Hamburg organisiert hatten, die sehr erfolgreich verlief.
Zu Weihnachten haben wir dann mit ihr und Marianos Bruder bei meinen Eltern unter'm Tannenbaum gesessen. Das Besondere daran war, daß es für Raquel das erste wirklich weiße Weihnachten ihres Lebens war.
2003 ist am Anfang durch den beruflichen Wechsel von Mariano von Hamburg nach Bremerhaven geprägt. Leider konnte sein Vertrag an einem hamburger Theater nicht verlängert werden, so daß er auf das Angebot des Stadttheaters Bremerhaven zurückkommen mußte. Jetzt haben wir wieder die Situation, die uns am Anfang der Beziehung soviele Nerven gekostet hat.
Für einige war es vielleicht abzusehen, für mich kam's dann doch überraschend. Seit Ostern 2003 gehen Mariano und ich getrennte Wege.
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