Iguaçu
Im Landesinneren von Brasilien, im Dreiländereck zwischen Brasilien, Argentinen und Paraguay befindet sich ein Naturschauspiel, das auf der Welt Seinesgleichen sucht. Die in dieser Region ansässigen Indios beschreiben in ihrer Sprache die Wasserfälle genau als das, was sie sind: nämlich ein “Iguaçu”, ein “großes Wasser”.
Der Rio Iguaçu stürzt in mehr als 270 größeren und kleineren Wasserfällen auf einer Breite von insgesamt fast 3 Kilometern in die Tiefe. Die Höhe der einzelnen Fälle schwankt zwischen 40 bis 70 Metern.
Die Fälle lassen sich von zwei Seiten aus besuchen, wobei zwischen der brasilianischen und der argentinischen Seite große Unterschiede bestehen.
Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man beide Seiten der Wasserfälle besuchen.
Reicht die Zeit nur für einen kurzen Trip zu den Fällen, würde ich die brasilianische Seite vorziehen, denn hier bekommt man einen Überblick über die Größe der Wasserfälle.
Möchtest Du wirklich mitten im Geschehen sein und die Wasserfälle aus allernächster Nähe betrachten und hast ungefähr einen Tag Zeit mitgebracht, dann sei Dir die argentinische Seite der Cataratas ans Herz gelegt.
Wie bei den meisten Naturwundern, so gibt es auch für die Cataratas do Iguaçu eine Entstehungsgeschichte, die in der Mythologie der Indios wurzelt. Der Schlangengot M’Boi, der Schutzpatron der in dieser Region lebenden Indios, verliebt sich Hals über Kopf in Naipi, die Tochter des Häuptlings. Da diese aber in den Krieger Tarobá verliebt war, versuchte das Liebespaar mit einem Boot auf dem Rio Iguaçu zu entkommen. M’Boi entdeckte den Fluchtversuch und schlug mit seinem riesigen Schwanz auf das Boot ein. Durch die Wucht des Schlag starben die Liebenden und seit dieser Zeit gibt es die Klippen im Flußbett des Rio Iguaçu über die sich die Cataratas ergiessen.
Wir haben unsere Zeit so eingeteilt, daß wir mittags in Foz gelandet sind und uns auf den Weg zum Hotel gemacht haben. Erst am nächsten Tag sind wir zur argentinischen Seite der Fälle aufgebrochen und haben dort den ganzen Tag verbracht. Am Morgen des nächsten Tages sind wir mit unserem Gepäck zm Flughafen gefahren, haben es dort in die Schließfächer eingeschlossen und sind mit dem Bus weiter zur brasilianischen Seite gefahren.
Wenn Du mit dem Flugzeug weiterreist und am frühen Nachmittag abfliegst, bietet sich diese Reihenfolge wirklich an, da die Tour durch die brasilianische Seite der Fälle nur wenige Stunden dauert. Wir hatten sogar noch Zeit, einen Bummel durch den kleinen Vogelpark zu machen, der auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Parkeingangs liegt.
Abgesehen von den grandiosen Wasserfällen bietet die Region um Foz do Iguaçu eine üppige Natur mit einer artenreichen Tierwelt sowie das größte Wasserkraftwerk der Welt in Itaipu.