Iguazu

Wenn Du bereits die argentinische Seite der Fälle gesehen hast, so wird Dich der brasilianische Teil der Cataratas nur noch dadurch beeindrucken, daß Du von hier aus das gesamte Panorama betrachten kannst.

Vom Eingang des Nationalpark fahren direkt hinter dem Besucherzentrum die Doppeldeckerbusse ab, die Dich kostenlos bis zum Start des Rundwegs gegenüber des Hotel das Cataratas bringen. Während der Fahrt entlang der wirklich gut ausgebauten Straße bemerkt man schnell, daß die Brasilianer ihre Seite des Nationalparkes stärker pflegen und mehr Geld in die Infrastruktur investieren. Der gesamte Komplex und die Organisation wirkt wesentlich durchstrukturierter als ihr argentinisches Ebenbild.

Sobald Du den Bus verlassen hast wirst Du feststellen, daß sich sofort kleine Besuchergrüppchen bilden und Du verzückte Freudenschreie von Kindern und Erwachsenen hörst. In den Büschen rund um die Bushaltestelle sitzen ganze Familien von Nasenbären, die ganz genau um ihre Wirkung wissen. Kaum zeigt sich ein Tourist kommen sie aus ihren Verstecken in der Hoffnung etwas Eßbares zu bekommen.

Auch wenn diese Tierchen wirklich zu niedlich sind, so sind sie auch durch den täglichen Besucherstrom derart an den Menschen gewöhnt, daß sie keine Hemmungen mehr haben, Dich ggf. sogar anzugreifen, wenn Du Ihnen etwas offensichtlich Eßbares, das Du in der Hand hälst, nicht sofort aushändigst. Die Mutter meines Freundes hat an gleicher Stelle vor ein paar Jahren beobachtet, wie Touristen, die nur ein paar ihrer Früchte mit den Bären teilen wollten, regelrecht attackiert worden sind.

Trotz aller Vorsicht kann man sich kaum sattsehen an diesen niedlichen Kerlchen. Selbst wenn sie kopfüber in den Mülltonnen hängen, machen sie immer noch eine gute Figur. Wenn dann auch noch Nachwuchs hinter der stolzen Mutter herläuft, dann ist es verdammt schwer, nicht die Hand zum Streicheln auszustrecken.

Sobald Du Dich von den Nasenbären losreissen konntest, kannst Du beginnen, die brasiliansche Seite der Wasserfälle zu erkunden. Der Rundkurs, der hier beginnt, führt Dich am nördlichen Ufer des Rio Iguaçu entlang. Von hier aus hast Du einen wunderbaren Blick auf die gegenüberliegende Uferseite, auf der ein Teil der Wasserfälle in die Tiefe stürzt.

Je weiter Du dem Pfad folgst, um so näher kommst Du der großen Aussichtsplatform am Ende des Pfades. Über mehrere Stege und Platformen gelangst Du an den Endpunkt, von dem aus Du einen umwerfenden Bilck direkt in den Teufelsrachen hast.

Wenn Du etwas Glück hast und der Wind richtig steht, kannst Du oberhalb der Abbruchkante die Platform auf der argentinischen Seite entdecken und sogar einzelne Personen darauf erkennen. Erst jetzt wurde mir so richtig bewußt, in welcher Höhe und an welchem Ort wir einen Tag zuvor gestanden hatten.

An dieser Stelle hast Du die Möglichkeit entweder ein paar Stufen hinaufzusteigen oder aber mit einem kleinen Fahrstuhl die Böschung hinaufzufahren. Der Fahrstuhl kostet zwar nur ein paar Cents, aber trotzdem haben wir es vorgezogen die Treppen zu erklimmen. So hatten wir die Möglichkeit immer mal wieder einen Blick auf die wunderschönen Wasserfälle zu werfen.

Am oberen Rand des Ufers befindet sich eine kleine Ausgabe des Besucherzentrum inkl. Souveniershop und einem Restaurant direkt am Fluß. Das Wichtigste ist aber die Bushaltestelle von der aus Du direkt wieder zum Eingang des Parks zurückfahren kannst.

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