St. John’s
Die größte Stadt Antiguas ist gleichzeitig Hauptstadt des kleinen Staates, Hafen, Anlaufpunkt der Kreuzfahrtschiffe und wirtschaftliches und kulturelles Zentrum der Insel. St. John’s liegt im Nordwesten und verfügt über einen internationalen Flughafen, der u.a. eine tägliche Linienverbindung nach London anbietet.
Je weiter man sich dem Kreuzfahrtterminal nähert um so stärker ändert sich die Stadtansicht. In den Außenbezirken stehen die kleinen, oftmals noch bunt gestrichenen Holzhäuschen der Einwohner Antiguas. Weiter stadteinwärts tauchen erste Betriebe, kleinere Firmengebäude, Werkstätten und Läden im Stadtbild auf.
Die Bebauung wird dichter und das Straßenbild immer quirliger. Im Zentrum angekommen hat man aber noch nicht alle Wechsel hinter sich, denn ein Schritt in Richtung des Kreuzfahrtterminals läßt den Touristen in eine ganz andere Welt eintauchen. Plötzlich blättert nirgendwo Farbe von den Häusern ab, die Gehwege sind breit und der Rinnstein enthält deutlich weniger Abfall. Je sauberer, ordentlicher und “perfekter” es wird, um so mehr geht für mich der karibische Flair der Stadt verloren.
Zwei Straßenzüge um den Anleger herum findet man sich in einer Art Filmkulisse für Kreuzfahrer wieder. Hier muß alles so aussehen, wie sich die überwiegend US-amerikanischen Touristen die Karibik vorstellen. Die Steeldrum-Band spielt am Hafen in einer Dauerschleife und überall locken T-Shirt-Läden und Juweliere. Wer ein wenig mehr von der Karibik gesehen hat, der muß bei diesem Anblick schmunzeln. Hier wird ein Mini-Karibik-Disneyland aufgebaut, um die Erwartungshaltung der zahlenden Kundschaft zu erfüllen.
Ein paar Schritte weiter und schon hat man diese unwirkiche Ecke St. John’s hinter sich gelassen und kann wieder in das richtige karibische Leben eintauchen.