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Von Nuwara Eliya aus ist es ungefähr eine Autostunde bis zu einer Sehenswürdigkeit, die es wirklich in sich hat. Am Rande der Horton Plains, einer Hochebene, die zum Teil mit einem dicken Nebelregenwald bewachsen ist, findet sich eine Kante, an der die Hochebene fast senkrecht ca. 1.000 m tief abfällt. Der Name des Ortes hätte mit "World's End" nicht besser gewählt werden können. Wenn man an diesem Abgrund steht und hinunterschaut, so hat man wirklich das Gefühl, die Welt sei hier abgeschnitten worden.

Die Sicht am World's End ist wohl nur selten so gut, daß der Blick bis zur Küste geht. Häufig ziehen im Laufe des Vormittags hier dichte Nebelschwaden auf, die die Sicht komplett versperren. Wir hatte insofern noch Glück, daß wir für ein paar Minuten die Aussicht auf den 1 km tiefer liegenden Landstrich geniessen konnten. Wir waren sehr früh in Nuwara Eliya aufgebrochen. Der Taxifahrer, den wir am Vortag angesprochen hatten, holte uns um 5.00 Uhr morgens im Hotel ab und so waren wir um 6.00 Uhr am Eingang zum National Park Horton Plains. Die Kasse öfnet zwar erst um 6.30 Uhr, aber wenn der Fahrer einen vertrauenswürdigen Eindruck macht, kann man ihm die 12 Dollar Eintritt (!) ruhig da lassen und ihn bitten, die Tickets zu lösen.

Nicht vergessen sollte ich zu erwähnen, daß es vom Eingang des Parks bis zum World's End eine gute Stunde Fußmarsch ist. Wenn Du so früh wie wir dort sein solltest, vergiß bloß nicht, eine Taschenlampe mitzunehmen, den beleuchtete Wege suchst Du hier vergebens und um diese Uhrzeit ist es dort wirklich stockfinster.

Die Hochebene die man durchwandert ist bevölkert von einer Vielzahl von hirschähnlichen Tieren, die von den Einheimischen als Elche bezeichnet werden, aber keine sind. Nach ein paar Minuten kommst Du eine eine Weggabelung, die geradeaus zum Wasserfall Baker's Fall und links zum Wolrd's End führt. Es soll ein Rundweg sein, so daß es egal wäre, welche Abzweigung Du nimmst. Im Nebelregenwald, der sich an die freie Fläche anschließt und auf dessen gegenüberliegender Seite das World's End liegt, tobt auch so allerhand Getier herum, über das man sich am besten beim Durchwandern keine Gedanken macht. Es gibt dort neben den etwas größer ausfallenden Bärenaffen auch freilebende Leoparden.

Zuerst wirst Du nach ca. 45 Minuten auf das kleine World's End treffen. Hier fällt das Hochland noch nicht ganz so tief ab. Es sind nur etwa 800 Meter die es dort steil in die Tiefe geht. Nach weiteren gut 15 Minuten bist Du dann am Ziel angekommen. Der Weg schrammt direkt an der Abbruchkante vorbei und ist natürlich singhalesisch gesichert, d.h. es steht dort nur ein vertrockneter Busch, an dem man sich notfalls festhalten könnte, wenn er das Gewicht halten würde.

Es kribbelt ganz gut in der Magengegend, wenn man an den Abgrund herantritt. Leider hatten wir nur sehr wenig Zeit und da das Wetter relativ schlecht war, konnten wir die Aussicht nicht so richtig geniessen. Etwa 15 Minuten nachdem wir angekommen waren, hatten sich Wolken vor die Aussicht geschoben und umschlossen uns wie dicker Nebel.