Während der Fahrt durch das Hochland erstrecken sich links und rechts der Fahrtroute schier unendliche Teeplantagen. Es drängt sich der Eindruck auf, hier oben würde fast jeder Quadratmeter zum Teeanbau genutzt werden. Das Klima in dieser Höhe bringt wohl einen der besten Tees der Welt hervor. Das kühle Klima in Kombination mit der sehr intensiven Sonneeinstrahlung sorgt dafür, daß die Pflanzen langsam, aber sehr konstant wachsen.
Ich konnte bis zu meinem Sri Lanka Urlaub mit Tee relativ wenig anfangen. Nachdem ich aber die ganze Zeit Tee getrunken habe, bin ich ein richtiger Fan dieses Getränks geworden. Im Vergleich mit anderen Tees, die ich probiert habe, muß ich sagen, daß der Tee aus dieser Region einen ganz besonderen Geschmack hat.
Obwohl dort oben fast an jeder Ecke eine Teefabrik steht, sind nur sehr wenige Gebäude zu besichtigen. Dies liegt einfach daran, daß die Betreiber der Fabriken wahnsinnig Angst vor Anschlägen haben. Wir hatte versucht in der Region von Hatton eine Fabrik zu besichtigen und trotz guter Kontakte unseres Hotelpersonals zum Management der Fabrik, durften wir dort nicht hinein. Eine weitere Auswirkung der Angst vor Anschlägen ist das strickte Photografierverbot innerhalb der Fabrik.
In Labukele (von den Briten zu “Labookellie” verfremdet) steht die für Touristen zugängliche Fabrik der Firma Mackwoods. Hier kann man sich unter Anleitung von mehr oder minder engagierten Damen durch die Fabrik führen lassen. Wir haben die Fabrik während unseres Aufenthaltes zweimal besucht und können den Unterschied in der Qualität der Führung beurteilen.
Die Führung beginnt bei einer Teepflückerin, die in einer Mini-Teeplantage am Eingang des Geländes steht und demonstriert, wie die überwiegend tamilischen Frauen den Tee pflücken. Wichtig hierbei ist immer die Anzahl der gepflückten Blätter und der Knospen. Nimm einfach mal ein/zwei Blätter von einem Teestrauch und zerreibe sie zwischen den Fingern. Da kannst dann den angenehmen Teegeruch, der die gesamte Anlage umgibt, noch intensiver riechen.
Die ersten Station im Obergeschoß des Gebäudes sind die riesigen Trockenflächen, auf denen der frische Tee von warmer Luft durchströmt wird, um ihm die Feuchtigkeit zu entziehen. Nach ca 18 Stunden Trockenzeit wird der Tee durch eine Rutsche ins Erdgeschoß gebracht und dort zerrieben, von den Stengeln getrennt und oxidiert. Anschließend wird er in einem Ofen getrocknet und nach Größe sortiert abgepackt.
Die Führung endet im angeschlossenen Teeladen, in dem man sich zu sehr moderaten Preisen mit dem Tee aus dieser Fabrik eindecken kann. Das Kilo Tee kostet hier umgerechnet ungefähr 10 DM (max.3 Kilo pro Person dürfen zollfrei ausgeführt werden. Jedes weitere Kilo schlägt dann mit 2 Rps Zoll zu Buche, d.h. mit ca. 5 Pfenning). In der angrenzenden Teestube kann man kostenlos den hier produzierten Tee trinken. Sollte es noch nicht allzu spät sein und das Wetter es zulassen, solltest Du Dich auf die Terrasse setzen. Hier ist der Service zwar vielleicht etwas langsamer, aber dafür entschädigt der Blick auf die Teeplantagen und die sanften Hügel allemal. Zum Tee werden leckere Brownies gereicht, die aber nicht kostenlos sind! (15 Rps pro Stück).
Zusammenfassend gesagt ist, der Besuch einer Teefabrik zwar eher ein touristisch geprägtes Highlight mit anschließender Verkaufsveranstaltung, aber auch für Kaffeetrinker durchaus lohnenswert.
Wenn Du von Nuwara Eliya aus mit dem Taxi oder Tuc-Tuc (zieh' Dich lieber warm an!) hierher kommst und beabsichtigst Tee zu kaufen, solltest Du dies bei den Preisverhandlungen mit dem Taxifahrer durchaus berücksichtigen. Er erhält, wie vielerorts üblich, eine Provision in Form von kostenlosem Tee, sobald Du etwas in dem Laden kaufst. Am Bahnhof in Nuwara Eliya findest Du ein ganzes Batallion von Taxi- und Tuc-Tuc-Fahrer, die Dich zur Fabrik fahren wollen. Die Konkurrenz ist also groß und das sollte sich im Preis widerspiegeln. Wenn ich mich recht erinnere, schließt die Fabrik ihre Pforten aber bereits um 17.00 Uhr, so daß Du Dich rechtzeitig auf den Weg machen solltest.
Für alle, die sich schon jetzt einmal einen weiterführenden Eindruck der Fabrik verschaffen wollen kommt hier der Link zur Fabrik. Hier läßt sich übrigens auch noch nach der Rückkehr Tee und allerhand anderer Schnickschnack per eMail bestellen.
Ich habe die Gelegenheit genutzt und mich bei den beiden Besuchen in der Fabrik mit insgesamt 6 Kilo Tee eingedeckt. Wer es mir gleichtun möchte, sollte sich aber überlegen, daß 6 sechs Kilo Tee nicht schwer zu tragen sind, aber ein gewisses Volumen aufweisen. Stellt man sich jetzt einmal das Gedränge in den Hochlandzügen vor, ist dies das erste Hindernis, das es zu überwinden gilt. Anschließend muß der Tee ja auch noch irgendwie im Gepäck für die Rückreise nach Deutschland verstaut werden. Aber ich kann sagen, daß sich für mich dieser Aufwand gelohnt hat. Jedesmal wenn ich mir eine Kanne aufbrühe, steigt dieser schöne Geruch auf und erinnert mich an das Hochland in Sri Lanka. Ich kann es daher nur empfehlen, sich zumindest ein wenig von diesem trinkbaren Reiseandenken mitzunehmen!
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