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Das Straßendorf Hatton liet an der Bahnstrecke zwischen Kandy und Nanu Oya (Bahnhof von Nuwara Eliya) und hat aus touristischer Sicht nicht sehr viel zu bieten. Wie in vielen vergleichbaren Städtchen schlängelt sich auch hier eine Straße entlang kleiner Häuser, die sich an einem Berghang versammelt haben. Wer aber einen Einblick in das nicht durch den Tourismus veränderte Straßenleben erhalten will, sollte sich vom Bahnhof aus einfach einmal die Straße entlangtreiben lassen. Aber Vorsicht - die Erfindung der Bürgersteige ist noch nicht bis hierhin vorgedrungen und so muß man mit einem wachen Augen die Straße entlanggehen.

Links und rechts der Straß befinden sich Autowerkstätten, Gemüseladen und viele kleine Geschäfte, die die Dinge des täglichen Bedarfs verkaufen. Durch den Straßenschmutz ist das Bild aber geprägt durch Grau- und Brauntöne. Da ich ein absoluter Ananas- und Mango-Fan bin, mußte ich auch hier wieder einmal zuschlagen und habe mich mit zwei Tüten Früchten eingedeckt, bevor wir in's Hotel gefahren sind.

Hatton liegt sehr günstig, wenn man plant, den Sri Pada zu besteigen. Von hier aus ist es knapp mehr als eine Stunde Autofahrt bis zum Startpunkt am Fuß des Berges.

Die Nachbargemeinde Dikoya, die nur ein paar Tuc-Tuc-Minuten entfernt liegt, bietet einen absolut anderen Anblick als Hatton. Hier befinden sich die Häuser inmitten von tiefgrünen Teeplantagen, alles wirkt sehr ordentlich und gepflegt und man hat einen traumhaften Blick über den Stausee, der sehr malerisch zwischen zwei Bergkämmen liegt. Wenn man etwas Glück hat und das Wetter mitspielt, kann man hinter einem der Bergkämme den Sri Pada mit seiner charakteristischen Bergspitze sehen. Aus dieser Entfernung wirkt der Berg eher klein und fällt nur durch die ungewöhnliche Form seiner kahlen Spitze auf.

Devon FallsWer von hier aus einen Aufstieg zum heiligen Berg plant, der sollte zumindest einen Tag früher anreisen und einen weiteren Tag zur Erholung ansetzen. Die Natur im Hochland ist einfach so verschwenderisch üppig, daß man sich nicht satt sehen kann. Für die freie Zeit bietet sich die Umgebung für Kurzausflüge an. In der Nähe der beiden Ort befinden sich zwei Wasserfälle, die nur unweit voneinander in die Tiefe rauschen.

Die St. Claire Falls und die Devon Falls bieten einen wirklich sehr schönen Anblick und sind somit sicherlich einen Besuch wert. Am besten sollte man sich in dieser Höhe ein geschlossenes Gefährt als Taxi aussuchen, denn die Luft ist zwar bei Sonnenschein gut im T-Shirt zu ertragen, ist aber als Fahrtwind in einem Tuc-Tuc empfindlich kühl.

Die Tuc-Tuc-Fahrerei ist vielleicht nicht jedermann's Sache. Gerade im Hochland bieten auch die Straßen zum Teil einen vorzüglichen Ausblick in das darunterliegende Tal. Da die singhalesischen Fahrer die Straßen relativ gut kennen, legen sie in ihren Kabinenrollern ein Tempo vor, das unter Umständen wieder zum Beten anregt. Gerade wenn ein schwerer Laster von vorne an dem Gefährt vorbeirauscht, fühlt man sich doch ziemlich klein und verwundbar vor.

St. Claire's FallsDie Fahrt von Hatton/Dikoya zu den Wasserfällen führt durch eine Landschaft, die, wie überall im Hochland, durch den Teeanbau geprägt ist. Der Boden ist hier so fruchtbar, daß es landwirtschaftliche Versuchsfelder gibt, auf denen mit europäischen Gemüsesorten experimentiert wird. Erstaunlich für mich war ein kleines Feld, auf dem Erdbeeren angebaut wurden. Das Schild, das von dieser Agrarrevolution kündete, war übrigens ungefähr genauso groß wie das bebaute Feld.

Die Bahnstrecke Kandy - Nanu Oya führt an der den St. Claire Falls gegenüberliegenden Hangseite entlang. Wenn man also im Rechten Moment aus dem Fenster sieht, kann man sich einen ersten Eindruck von den herabstürzenden Wassermassen verschaffen.

Als Unterkunft am Ort kann ich die Upper Glencairn Bungalows ausgesprochen empfehlen.